Ich bin ja ein großer Fan von Onlinekursen. In 90% der Fälle entscheide ich mich für die Online-Variante. Warum? Weil ich mir meine Zeit frei einteilen kann. Ich kann lernen, wenn ich Zeit habe. Ich kann in meinem eigenen Tempo viel effizienter lernen und das Gelernte direkt umsetzen.

Dennoch ist es natürlich schade, dass online der persönliche Kontakt fehlt. Man kann sich zwar auch virtuell sehr gut vernetzen, doch manchmal ist ein persönliches Gespräch Gold wert. Mimik und Emotionen werden online anders transportiert, als offline.

Das ist übrigens auch der Grund, warum wir insb. virtuelle Meetings als anstrengender empfinden, als das Pendant vor Ort. Wir müssen uns besser konzentrieren, um alle Komponenten der Kommunikation wahrzunehmen.

Beides hat also seine Vor- und Nachteile. Die Krise 2020 hat dennoch gezeigt, wie wichtig es ist, das eigene Angebot sowohl online, als auch offline anzubieten.

Wie wandelt man einen Offlinekurs in einen Onlinekurs um? Zu diesem Thema habe ich dir heute einige Tipps mitgebracht.

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In den folgenden 7 Punkten möchte ich dir Tipps und Denkanstöße geben, was sich beim Wechsel von Offline zu Online verändert.

#1 Die Kommunikation ist anders

Offline steht immer der Redner im Mittelpunkt. Online ist das anders. Online sollte man sich die Frage stellen, worauf soll sich der Teilnehmer konzentrieren. Ist es eine Grafik, eine praktische Vorführung oder die Worte?

Es gibt Themen, bei denen bietet es sich an, den Fokus auf Präsentationsfolien zu legen. Es gibt jedoch auch Themen, bei denen es ganz besonders wichtig ist, dass der Zuschauer den Redner sieht, so dass Mimik und Gestik wahrgenommen werden können. Darüber hinaus gibt es Themen, bei welchen ganz andere Inhalte im Mittelpunkt stehen.

Denk immer daran, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne online geringer ist. Setze daher nur einen Fokus und überlege dir vorher, worauf sich der Teilnehmer konzentrieren soll.

#2 Jeder lernt in seinem eigenen Tempo

Bisher warst du es vielleicht gewöhnt, dass du das Tempo vorgegeben hast. Du hast gesagt, wann was besprochen wird und die Teilnehmer haben sich danach gerichtet.

Manche Teilnehmer haben morgens ihre Augen noch nicht aufgekriegt. Andere sind ab der Mittagspause immer tiefer in ihrem Stuhl gerutscht.

Jeder hat so seine Lieblings-Lernzeiten. Online kann sich jeder genau danach richten. Einige lernen morgens, andere abends. Einige schauen sich 10 Lektionen am Stück an, während andere Teilnehmer jeden Tag nur eine Lektion schauen.

Jeder kann sich sein Kurstempo aussuchen und das ist gut so.

Online haben wir den großen Vorteil, dass wir das Gelernte nicht nur häufiger anschauen können. Wir können das Tempo auch selbst bestimmen.

Gib das Ruder aus der Hand und lass die Teilnehmer selbst bestimmen.

#3 Jeder lernt für sich – und dann kann es eine Diskussion geben

In einem klassischen Onlinekurs arbeitet jeder Teilnehmer die Kurslektionen in seinem eigenen Tempo durch. Anschließend erhält jeder Teilnehmer Aufgaben, die er in seinem eigenen Tempo absolvieren kann.

Darüber hinaus, kann es dennoch gemeinsame Diskussionsrunden geben. Gerade für kommunikative Lerntypen kann das sehr wertvoll sein.

Dies kann in Form eines Forums oder einer Facebookgruppe geschehen. Das kann aber auch in Form gemeinsamer Q&A-Calls passieren.

Der Austausch unter den Kursteilnehmern fällt also nicht weg. Er findet anders statt. Zudem ändert sich die Reihenfolge bei der Umsetzung.

#4 Die Aufgabenstellung ist anders

Der Onlinekurs dreht sich um den Kursteilnehmer. Er erhält Informationen und Aufgaben, die er alleine und sofort umsetzen kann.

Bei den Aufgaben sollte daher egal sein, wie weit andere Kursteilnehmer sind. Das interessiert erst einmal nicht. Natürlich können sich die Teilnehmer dennoch in der Gruppe austauschen, Ideen besprechen und Denkanstöße geben. Dennoch sollten die Aufgaben alleine gelöst werden können.

Das ist bei einem Offlinekurs anders. Dort werden auch gerne Aufgaben gestellt, die in der Gruppe gelöst werden sollen. Der Austausch mit anderen Teilnehmern steht im Fokus.

#5 Geringeres Investment in Räumlichkeiten, aber…

Online fallen Kosten für Raummiete, Papier, Stifte und andere Materialien weg. Dennoch solltest du gerade zu Beginn ein kleines Budget für Kamera und Mikrofon bereitstellen.

Der Fokus liegt online noch viel stärker auf den einzelnen Kursinhalten. Du musst bedenken, dass sich der Teilnehmer nur auf das Kursvideo konzentriert, während er früher den Vortrag, den Redner, die Räumlichkeiten und andere Teilnehmer sehen konnte.

Dadurch sollte ein besonderer Fokus auf die Qualität der Kursinhalte gelegt werden.

Das bedeutet nicht, dass man ein Produktionsstudio benötigt. Nein. Man kann schon mit wenigen Mitteln viel erreichen. Dennoch sollten Bild und Ton scharf und gut verständlich sein.

#6 Ein Onlinekurs bedeutet dennoch nicht passives Einkommen

Es gibt im Online Marketing eine kleine Branche, die den Eindruck vermittelt, dass man einen Onlinekurs nur einmal erstellen und ihn dann überteuert verkaufen kann. Dauerhaft. Ohne jemals wieder etwas dafür zu tun.

Das kann man machen… hat aber nicht so viel mit der Realität zu tun.

Der eigentlich Teil deines Unterrichts ist pre-recorded. Das bedeutet, du nimmst die Inhalte einmal auf und dann können sie beliebig viele Teilnehmer anschauen, ohne dass du dafür mehr arbeiten musst.

Vielleicht möchtest du deinen Kurs einmal im Jahr überarbeiten, doch ein Großteil deiner Arbeit ist gemacht.

Doch das ist nur ein Teil deines Angebots. Darüber hinaus bietest du deinen Teilnehmern auf die ein oder andere Weise Unterstützung an. So können das regelmäßige Q&A-Calls sein. Du betreust eine Facebookgruppe oder beantwortest Fragen per E-Mail.

Wie auch immer du deine Teilnehmer unterstützt: Lass sie nicht alleine, sondern plane weiterhin Zeit ein, um deine Teilnehmer zu betreuen.

#7 Nicht besser oder schlechter: Onlinekurse sind anders

Manche Menschen verteidigen gerne die eine oder andere Plattform. Ich sage dir: Es gibt hier nicht besser oder schlechter. Offline- und Onlinekurse unterscheiden sich von Grund auf.

Beide Angebote haben ihre Vor- und Nachteile. Beide Modelle werden auch in Zukunft noch gefragt sein.

Versuche daher gar nicht erst, dein Angebot in besser oder schlechter zu unterteilen. Überlege dir stattdessen, wie du möglichst viele Menschen in deiner Zielgruppe unterstützen kannst. Sowohl vor Ort, als auch online.

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