Hi Leute, heute habe ich einen ganz besonderen Gast auf meiner Website: Marina Lommel von Foodpunk.de.

Foodpunk.de ist heute eine Website, auf der du jede Menge Informationen und Produkte rund um das Thema Low Carb/ ketogene Ernährung findest. Ich selbst arbeite mit Marina über die Lachfoodies zusammen und promote unheimlich gerne ihren tollen Ernährungspläne.

Es ist unheimlich beeindruckend, was Marina in so kurzer Zeit alles auf die Beine gestellt hat. Heute hat sie ein großes Büro und jede Menge Mitarbeiter. Es ist also ein super spannendes Interview, in welchem Marina uns verrät, wie es zu Foodpunk gekommen ist und wie sie schließlich aus Foodpunk ein echtes Unternehmen gemacht hat.

Viel Spaß beim Lesen!

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Interview mit Marina Lommel, Gründerin von Foodpunk

Was hat dich dazu motiviert, ein eigenes Online Business zu starten und wie hast du damals angefangen?

Marina: Ursprünglich war es nicht mein festgelegter Plan, ein Online Business zu gründen, aber rückwirkend betrachtet, sind in meiner Firma – wie sie jetzt entstanden ist – alle Fähigkeiten vereint, die ich über die Jahre gelernt hatte.

Angefangen hat alles mit einem Namen. 2013 hatte ich plötzlich den Namen Foodpunk im Kopf. Der gefiel mir, den wollte ich mir auf jeden Fall schon mal sichern. Also habe ich die Website Foodpunk.de angemeldet. Allerdings musste ich dann erst einmal fertig studieren und hatte keine Zeit diese Sache zu verfolgen. Ich wusste auch ehrlich gesagt gar nicht, was ich damit groß anfangen soll. Da ich Ernährungswissenschaften studiert habe, dachte ich erst, das wird vielleicht meine digitale Visitenkarte: „Hallo, ich bin Marina, Ernährungsberaterin„, Punkt aus Ende.

Von Zeit zu Zeit habe ich an der Seite herumgebastelt, dann ist sie wieder in Vergessenheit geraten und ich habe mein Studium beendet.

In der Endphase meines Studiums habe ich im Labor gearbeitet und meine Bachelorarbeit geschrieben. Nebenbei habe ich bei einem Studenten-Radio gejobbt. Bei einem Social Media Seminar fiel mir wieder ein, dass da ja noch eine ungenutzte Seite und eine passende Facebook-Seite „herumliegen“ und in diesem Seminar habe ich dann im Januar 2015 das erste Mal etwas auf der Foodpunk Facebook Seite gepostet.

Während des Seminar-Wochenendes hatte ich dann auch endlich die Zeit meine Marke anzumelden. Davor wollte ich nie aktiv und öffentlich den Namen Foodpunk verwenden – es hätte ihn mir ja jemand wegschnappen können. Die Marke anzumelden hat um die 300€ gekostet.

Dann habe ich mir noch die Website Foodpunk.com gekauft. Ich weiß nicht, wie ich damals auf die Idee gekommen bin. Ich hatte ja Nichts – nur eine Facebookseite, mit einem Posting. Ich hatte eine Website ohne Inhalt, aber ich wollte unbedingt Foodpunk.com kaufen. 1700 € hat die Domain gekostet und ich habe mein Erspartes dafür ausgegeben. Heute bin ich froh, aber rückwirkend betrachtet war das – ganz ohne Geschäftsmodell – schon mutig.

Ein paar Tage darauf habe ich als allererstes Rezept Low Carb Schokomuffins auf meiner Facebookseite gepostet, mit Schritt für Schritt Anleitung. Zu der Zeit gab es noch gar keinen Blog, aber das Posting kam gut an. Damals war ich aus eigenem Interesse sehr aktiv in Foren und Facebook Communities zu LCHF und ketogener Ernährung – das war mein Steckenpferd. Ich habe meine Abschlussarbeit über ketogene Ernährung geschrieben und das Thema lag mir am Herzen. Meinen Kontakten aus den Fachforen habe ich von der neuen Facebook-Seite erzählt.

Dadurch hat die Seite am Anfang relativ viel Zuwachs bekommen und dann hatte ich 50…100.. Leute an einem Tag oder in einer Woche, ich weiß es nicht mehr genau. – Plötzlich waren es 300 Leute. Für mich war das etwas ganz besonderes – zu dem Zeitpunkt war ich mir sicher: Diese Sache möchte ich Vollzeit machen. Ich möchte Wissenshunger verbreiten, Spaß an gesunder Ernährung machen und beweisen, wie leicht und lecker das ist.

Also habe ich mich hingesetzt und mir meinen eigenen Blog gebastelt. Als WordPress-Neuling hat es mich einen Monat gekostet, bis die Seite so war, wie ich sie gerne hätte. Ich hatte während meines Studiums lange beim Fernsehen gearbeitet und für einen Studenten war das ein gutes Zubrot. Allerdings, nachdem mein Blog fertig war, habe ich relativ zügig entschieden, zu kündigen. Ich wollte das Projekt mit all meiner Zeit verfolgen.

Im April 2015 hatte ich immer noch keine Firma aber ich habe täglich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen für den Blog gearbeitet. Fotos machen, Rezepte schreiben, Hintergrundswissens-Artikel formulieren – das ist mein Ding.

Die ersten Artikel waren geschrieben – an einem Tag hatte ich 10.000 Aufrufe mit dem Blogpost zum Thema „Was passiert im Körper ohne Kohlenhydrate?“. Danach dachte ich mir – hey jetzt gründest du eine Firma. Und warum klein anfangen, ich gründe eine GmbH. Jeder hat mich komisch angeschaut und gefragt, wieso das als Einzelperson nötig sei. Aber ich war überzeugt von der Sache und ich war mir sicher, dass ich das irgendwann nicht mehr alleine angehen werde. Wenn schon, dann lieber gleich richtig. Im Mai 2015 hatte ich meinen ersten Notartermin und habe die Foodpunk GmbH angemeldet.

Um die Firma auf professionelle Beine zu stellen, habe ich mir überlegt: Was kann ich viel, viel besser als jeder andere? – Ich war schon immer ein Nerd, ein Fan von Biochemie, von Berechnungen und Mathe-Spielchen. Nächtelang hatte ich für mich und Bekannte Makronährwerte ausgeklügelt, Nährstoffe kombiniert und Rezepte kreiert. Ich wusste, dass dieses detailgenaue Planen vielen Menschen schwerfällt, lästig und aufwendig ist. Mir machte es Spaß, also machte ich mich an die Arbeit um Berechnungsmethoden für perfekte Ernährungspläne zu kreieren. Diese Arbeit konnte ich anderen Leuten abnehmen. Gleichzeitig hatte ich viele Jahre und ein komplettes Studium damit verbracht, die menschliche Biochemie und den Stoffwechsel zu verstehen und ein immer umfassenderes Bild von den Zusammenhängen zu erhalten. Wer wollte schon vor einer Ernährungsumstellung erst einmal ein paar Jahre in Recherchen investieren?

So ist die Idee zu den Foopdunk Ernährungsplänen entstanden. Ich hatte am Anfang nur noch So hat SIE es gemacht: Marina Lommel von Foodpunk.dekein System und habe für jeden Plan 2-3 Tage gebraucht.

Ich habe an meinem System lange getüftelt, bis ich die Dienstleistung mehreren Leuten anbieten konnte und – ich glaube es war im Oktober 2015 – gab es die erste Beta Version und im November die erste finale Version der 30 Tage Challenge. Wir können also sagen, im November 2015 war ich damit offiziell eine Firma.

Anfangs habe ich nur zu Hause gearbeitet oder in öffentlichen Cafés (WLAN war natürlich Pflicht). Währenddessen habe ich immer wieder lose nach einem Büro gesucht. Zu Beginn hat mich die Arbeit an Ernährungsplänen noch nicht Vollzeit ausgelastet. Bei Leerlauf habe ich mich in den sozialen Medien herumgetrieben, insbesondere auf Facebook. Ich war mit den Menschen meiner Zielgruppe in Kontakt und habe mich in Gruppen über meine Rezepte und Artikel unterhalten. Das – so kann man sagen – war mein erstes Marketing-Konzept.

Im Oktober 2016 habe ich das erste Mal ein Büro bezogen – es hatte 12qm – und die erste Mitarbeiterin eingestellt. Zuvor hatte ich 2016 zwischen Januar und Oktober jeweils kürzere Unterstützung durch Praktikant(inn)en für die Dauer von 3 Monaten. Kurz nach dem Einzug ins erste Büro haben wir den Pop-Up Store in München aufgemacht und ich habe noch eine Vollzeitkraft für den Verkauf eingestellt – so kamen die ersten Mitarbeiter.

Jetzt sind wir am 01.06.2017 wieder umgezogen und zwar von 12qm auf 120qm, weil wir einfach geplatzt sind, aus allen Nähten. Wir waren am Ende zu 4., manchmal zu 5. an zwei Tischen auf 12 qm, mit dem Onlineshop-Lager. Irgendjemand musste in diesem Raum auch alle Pakete packen. Nun können wir auf 120qm endlich wieder Atmen und wachsen.

Was hat dir dabei geholfen, Reichweite aufzubauen, Kunden zu erreichen und schließlich die Leidenschaft zum Beruf zu machen?

Meine Marketingstrategie zu Beginn war simpel – gute Qualität: Ich wollte die Dinge die ich mache richtig machen – so gut ich konnte. So zum Beispiel die Fotos auf dem Blog – stundenlang habe ich aus allen Perspektiven alle Rezepte in mehreren Schritten fotografiert. So habe ich einen kompletten Tag für ein Rezept gebraucht. Zweifelsohne sind die Fotos mit der Zeit immer besser geworden. Aber ich wollte damals keine Ruhe geben, wenn ich nicht das Beste aus meiner Leistung herausgeholt hatte. Selbes galt für das Design der Ernährungspläne, die Zusammensetzung, die Effektivität, die dahinterliegende Systematik. Ich wollte immer beste Qualität liefern, durchschnittlich war nicht genug.

So hat SIE es gemacht: Marina Lommel von Foodpunk.deNeben den Rezepten habe ich Blog-Artikel veröffentlicht. Thematisch drehten sie sich vor allem um ketogene Ernährung, da ich mich selbst bereits einige Jahre so ernährte und dieses Thema für meine Bachelorarbeit wirklich tief recherchiert habe.

Damit kam der Stempel „Keto-Expertin“ und ich wurde zu diesem Thema zu Interviews und Podcasts eingeladen. Auch ein Blog – lachfoodies – hatte mich damals als Blog der Woche gefeatured 😉 Vielen Dank noch einmal!

Es kamen auch kleinere Artikel in Print Medien dazu, zum Beispiel in der Süddeutschen Zeitung, und in der TZ – über den Blog und den Pop-Up Store.

Rückwirkend betrachtet, habe ich mir aber mit Foodpunk genau den Arbeitsplatz geschaffen, der all das, was ich gerne tue, vereint. Ich habe Ernährungswissenschaften studiert, ich bin ein totaler Nerd, ich liebe Biochemie, ich habe Mathe geliebt, ich habe mit 14 ein Amateurfunkzeugnis gemacht und Roboter gelötet. Du kannst mich mit einem Buch einsperren, ich würde Wissen aufsaugen und ich bräuchte 3 Tage keine Leute zu sehen. Ich bin schon früher ein richtiger Nerd gewesen.

Parallel habe ich von 16 an beim Fernsehen gearbeitet und später beim Radio und die kommunikative Seite daran lieben gelernt. Kommunikation und Nerd-Sein lässt sich eigentlich schwer in einem Beruf verbinden. Während des Studiums habe ich im Labor gearbeitet. Die Hintergründe über neurodegenerative Erkrankungen waren extrem spannend, die alltägliche Arbeit, das pipettieren von A nach B war dagegen sehr einsam und der Punkt Kommunikation fehlt dabei vollkommen.

Später bin ich beim Radio in der Wissenschaftsredaktion gelandet. Das hatte es beides vereint. Bei diesem Studenten-Radiosender war ich in der Redaktion, habe moderiert, war RvD und CvD, also Redaktionsleiter, was ich sehr spannend fand. Diese Arbeit im Gegensatz zur Arbeit im Labor zwar kommunikativ, aber auch wieder recht oberflächlich. Für ein Thema hattest Du selten mehr als 2:30 Minuten Beitragszeit hattest und konntest nur zwei kurze Fakten anreißen. Dort habe ich aber die Liebe zum Schreiben gefunden. So zu schreiben, dass Menschen das Gefühl haben, du sprichst mit ihnen. Die Liebe zu Kommunikation, das Schreiben, die Liebe zu wissenschaftlichen Details – all das konnte ich für Foodpunk bestens vereinen und das hat mich motiviert jeden Tag wieder Stunden über Stunden an dieser Sache zu arbeiten.

Da meine Eltern beide selbstständig sind, konnte ich mir ein Anstellungsverhältnis ohnehin nie vorstellen. Meine eigenen Ideen und Visionen zu verwirklichen war für mich der einzige Weg.

Bei meinen verschiedenen Stationen – Studium, Fernsehen, Radio, Labor – wusste ich früher nie, wie das alles zusammenpassen sollte. Ich wollte nie irgendwann die Entscheidung gegen eine dieser Sachen treffen und doch wusste ich, dass es keinen Beruf gibt, bei dem ich all das weiterführen kann. Also habe ich mir einen gemacht. Ich bin jetzt froh, dass ich mich nicht vor einigen Jahren für eine dieser Sachen entschieden habe, sondern alles parallel verfolgt habe.

Den Blog und die Firma hätte ich ohne den wissenschaftlichen Background nicht realisieren können. Genauso wenig hätte ich die Sache anpacken können, wenn ich zwar den wissenschaftlichen Background gehabt hätte, mich aber nicht hätte ausdrücken können.

Und wenn ich nicht komplett größenwahnsinnig gewesen wäre, und einfach mutig – weil eine Selbstständigkeit mich nicht abschreckte – hätte ich auch nicht mal eben eine GmbH gegründet. Ein bisschen Realitätsferne ist dabei auch ganz gut gewesen.

Mittlerweile bin ich allerdings sehr realistisch was alles angeht. Natürlich habe ich noch immer große Ziele und ich will alles immer so gut machen wie möglich (oder besser, als wir es gestern für möglich gehalten haben). Als Team von mittlerweile 6 Leuten und einigen Freelancern haben wir nun auch die Kraft viele Dinge anzugehen.

Was war eine deiner größten Herausforderungen und wie hast du sie gemeistert?

Meine größte Herausforderung war glaube ich die Zeit, in der wir den Pop-Up Store hatten. Im September 2016 habe ich relativ spontan beschlossen über den Winter eine Eisdiele anzumieten. 4 Monate lang, im Voraus die Miete bezahlt. Verkauft wurden glutenfreie Cupcakes und Brownies nach meinem Rezept.

Im Oktober war alles beschlossen – also einen Monat vorher – und dann ging es an die Planung für das Store Opening im November. Es hat bis zur letzten Woche gedauert, bis ich meinen Bäcker und den Mietvertrag, alle Rohstofflieferanten und eine Mitarbeiterin hatte.

Da war ich sehr schnell entschlossen und das war eine richtig anstrengende Zeit. Wir wollten eigentlich auch Pralinen für Adventskalender von meinem Bäcker produzieren lassen. Der hatte leider spontane Personalprobleme… die Kooperation ist nicht so gut gelaufen, wie ich es gerne gehabt hätte, also musste ich 10.000 Pralinen einfach per Hand produzieren.

Irgendwann habe ich mir tatsächlich ein Feldbett in den Shop gestellt und habe nachts neben der Küche übernachtet, weil die Zeit nicht mal mehr gereicht hat, heimzufahren. Auch außerhalb dieser „Pralinenzeit“ gingen die Tage von morgens um 6 bis abends um 1 oder 2, jeden Tag, mindestens 2 Monate am Stück. Das war eine körperlich sehr anstrengende Zeit. Kaufmännisch – im Bereich Geschäftsführung oder Business Development war es keine anstrengende Zeit, aber die Arbeit ging körperlich stark an die Reserven. Dafür hat es super viel Spaß gemacht und uns in München ein gutes Stück bekannter werden lassen.

Im Dezember war es bitterkalt, die Eisdiele war eine offene Ladenzeile und besaß keine Heizung. Wir hatten nur eine kleine Elektroheizung, die uns nach 2 Monaten mit einer ordentlichen Stromrechnung von 800€ überrascht hat.

Man liest oft davon, dass besonders erfolgreiche Menschen morgens meditieren. Wie ist das bei dir? Hast du Gewohnheiten, die dich in deinem alltäglichen Trubel unterstützen?

Vor Foodpunk war ich ein großer Fan von Routinen. Im Studium war ich fast schon ein „Streber“ auf diesem Gebiet. So habe ich morgens meditiert, abends das Licht gedimmt, Blue Blocker Brille für mehr Melatonin eingesetzt, binaurale Beats zum Lernen gehört und mein Lernen für das Studium in 45 Min. Einheiten getaktet.

Durch die Firma und den Pop-Up Store war es dann Schluss mit Ritualen, denn ich musste einfach nur noch funktionieren. Ich musste um 6 Uhr aufstehen, um in den Großmarkt zu fahren, um 7 den Laden aufsperren und bis 2 Uhr wachbleiben, weil der Bäcker um Mitternacht mit den frischen Sachen fertig war, die ich holen und in den Shop bringen musste.

Ich plante meinen Tag nicht mehr, denn mein Tag war geplant. Nun, einige Monate nach dem Pop-Up Store stehe ich zwar später auf, aber das Arbeitspensum ist immer noch enorm. Meinen Tag plane ich im Auto und ich versuche jede Ampel zu nutzen, um ein Telefonat zu starten oder eine E-Mail zu beantworten. In einem Startup geht viel auf Zeit. Also ich habe z.B. gestern von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts gearbeitet, weil sehr viel Arbeit anfällt und auch mit 6 Personen noch mehr als genug Arbeit für alle übrig ist.

Es geht ums Funktionieren und es geht um Geschwindigkeit. Immer wenn ich im Bad bin oder im Auto, plane ich meinen Tag und alles andere ist machen, machen, machen…

Welchen Tipp würdest du deinem früheren ICH geben?

Welchen Tipp ich meinem früheren Ich geben würde? Ich glaube gar keine Tipps. Wenn man nicht alles weiß, ist das manchmal sehr gut. Ich hätte nie eine GmbH gegründet, wenn mir wirklich bewusst gewesen wäre, welche Kosten und Verwaltungstätigkeiten damit verbunden sind.

Ich hätte nie einen Ernährungsplan entwickelt, wenn ich am ersten Tag schon gewusst hätte, dass ich mindestens 3 Monate lang daran tüftle. Ich dachte das habe ich an einem Tag.

Ich hätte nie mit Projekten angefangen, wenn ich am Anfang schon gewusst hätte, wie kräftezehrend das werden kann.

Aber dadurch, dass man einfach anfängt und von Tag zu Tag lebt, schafft man das.

Man darf manchmal einfach nicht das große Ganze anschauen. Das große finale Ziel schon, aber nicht den Weg dahin in allen Details. Wenn ich mir jetzt vor Augen führe, dass ich in den nächsten 3 Wochen mein zweites Buch fertig schreiben und abgeben muss, während ich trotzdem mindestens 8 Stunden täglich für die Firma arbeiten, dann könnte mich bei der Aussicht auf die Kurzen Nächte und die wenigen Wochenenden die Motivation verlassen. Also stelle ich mir nicht die Arbeit vor, die vor mir liegt, sondern das Ziel. Das fertige Buch, dass nächstes Frühjahr in die Läden kommt. Nicht die kurzen Nächte.

Quick Questions

Den besten Rat, den ich jemals bekommen habe ist…

…eigentlich mehr so ein Lebensmotto, das mir jemand mit 16 erzählt hat. Glücklich zu sein bedeutet nicht, alles zu tun was du willst, sondern alles zu wollen, was du tust.

Würde ich mir überlegen „was will ich alles“ – ich würde gerne jeden Tag Zeit haben für Sport, ich würde gerne jeden Tag meditieren, jeden Tag Freunde treffen, ich will dies und ich will, das meine Firma wächst und ich will das meine Mitarbeiter happy sind und ich will schönes Privatleben…

Die Liste wird unendlich und weil ich das nicht alles auf einmal haben kann, würde ich unglücklich werden.

Wenn ich stattdessen überlege: „Will ich all das, was ich tue?“ kann ich sagen: „Ja, ja, ja!“ Ja, ich will so viel arbeiten für meine Firma, ja ich will mir auch einmal Zeit nehmen für mein Privatleben – alles was ich tue, kann ich unterschreiben mit Ja.

Es macht wirklich glücklich, wenn du zu allem was du tust sagen kannst: „Ja, ich mache das bewusst, ich mache das mit Absicht und ich will genau das tun.

Wenn ich vor einer großen Herausforderung stehe…

…dann bin ich natürlich sehr aufgeregt. Große Herausforderungen waren zum Beispiel der allererste Talk vor Publikum bei der Paleo Convention oder das erste Gespräch mit einer Präsentation vor einem Investor oder das erste Gespräch mit einem Rewe, dem ich meine Backmischung präsentiert habe. Das sind große Herausforderungen.

Was mir hilft, ist mir zu denken: „Was ist das schlimmste, was mir passieren kann?“

Naja, das schlimmste was passieren kann, ist, dass ich auf der Bühne nicht mehr sprechen kann, mir nichts mehr einfällt und mich alle Leute auslachen und auch das geht irgendwann vorbei.

Beim Rewe, ist das schlimmste was passieren kann, dass er sagt, nein, ich will deine Backmischungen nicht. Ich finde alles bescheuert, was du machst – aber das geht alles vorbei.

Viele Dinge verlieren ihre angsteinflößende Wirkung, wenn man sich vor der Herausforderung überlegt: Wenn es nicht klappt – was ist denn das allerschlimmste, was passieren könnte?

Zum Abschalten und Entspannen brauche ich….

…eine Badewanne.

Also gerade zu Zeiten des Pop-Up Stores, als ich keine Sekunde Zeit hatte, irgendetwas anderes zu tun, außer zu arbeiten und zu schlafen, bin ich fast jeden Abend in die Badewanne gegangen.

Ich bin teilweise sogar morgens in die Badewanne gegangen, weil ich viel zu müde war und viel zu kaputt, um im Stehen zu duschen. Aber wirklich, wenn ich kaputt bin, ab in die Badewanne.

Das sind meine 20 Min. Entspannung und das reicht mir dann auch wieder nach 20 Min. – das ist auf jeden Fall mein Favorit.

Dann gibt es auch Momente, in denen ich einfach mein Handy weglege. Meine Mitarbeiter und ich – wir arbeiten nicht alle im Büro, wir sind per WhatsApp in Kontakt – dann habe ich Facebook und sobald du dich online zeigst, denkt jeder, du arbeitest ja gerade und bist ansprechbar. Darum lege ich das Handy gerne bewusst eine Weile sehr weit weg.

Oft auch dann, wenn eigentlich online sehr viel los ist – zum Beispiel in Aktionszeiträumen, wenn hunderte E-Mails rein kommen. Denn niemand kommt ums Leben, wenn ich einfach einmal 10 Minuten nicht erreichbar bin. Oder einen Sonntagnachmittag lang.

 Hier findest du Foodpunk im Netz: Foodpunk.de

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